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Artikel im Süderländer Tageblatt, Plettenberg, September 2008 |
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| Artikel im Süderländer Tageblatt, Plettenberg, September 2008 |
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"Ihre Hilfe wird gebraucht!"
Susanne Loos-Jayawickreme berichtete im Rathaus über ihre Hilfsprojekte in Sri Lanka. "Besonders den Alten und Kindern dort muss geholfen werden" .
PLETTENBERG Einmal Asien und wieder zurück: 15 Jahre sind ins Land gegangen, seit es die gebürtige Plettenbergerin Susanne Loos nach Sri Lanka verschlug. "Ich war Urlauberin", erinnert sie sich. Auf Sri Lanka lernte sie die Liebe ihres Lebens kennen. Sie begegnete Sujith Chanaka Jayawickreme und damit war so gut wie klar, dass sie in dem Inselstaat leben wollte. Aus Susanne Loos wurde Susanne Loos-Jayawickreme. Für die Plettenbergerin war es der Wechsel in einen anderen Kulturkreis und ein Eintauchen in wirtschaftlich schwierigste Verhältnisse, in denen Sri Lanka lebt. Und weil das Ehepaar auf eine solide Basis bauen konnte, war bald eine Entscheidung getroffen: Man gründete eine eigene Hilfsorganisation – unter dem eigenen Familiennamen. Die "Jayawickreme-Foundation" ist seit 2001 aktiv. Plettenberger kennen die Organisation spätestens seit der Tsunami-Hilfe im Jahre 2005. Plettenberg und die Jayawickreme-Hilfe: Das ist inzwischen eine bewährte Kooperation. Am Dienstag war Susanne Loos-Jayawickreme erneut zu Besuch in ihrer Heimatstadt und hatte ins Rathaus eingeladen. Einem interessierten Publikum berichtete sie von ihrer Arbeit und vom Vorankommen der Hilfe in Sri Lanka. Nein, es sieht auf der Insel wirtschaftlich nicht wirklich gut aus. Die hohe Inflationsrate und der Bürgerkrieg lassen die Preise kontinuierlich steigen. Darunter leiden der Tourismus und die Landwirtschaft – Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Im Süden Sri Lankas liegt das ländliche Weligama. Dort leben nicht nur Susanne Loos-Jayawickreme und ihr Mann, sondern auch 8700 Menschen unter der Armutsgrenze. Sie müssen mit unter zehn Euro pro Monat auskommen. In Weligama baute die "Jayawickreme" Stiftung drei Bildungsanstalten für Kinder und eine Altentagesstätte. Außerdem unterstützt die Stiftung 700 Existenzgründer. "Es gibt zwar so etwas wie Sozialhilfe in Sri Lanka, aber die beträgt nur 500 bis 1 000 Rupien (ca. drei bis sechs Euro). So viel kostet auch ein Kindergartenplatz in Sri Lanka und der ist enorm wichtig. Bei uns ist es so, dass ein Kind nur dann in die Schule gehen darf, wenn es zuvor einen Kindergarten besucht hat", berichtete die gebürtige Plettenbergerin. Und deshalb werden die Bildungseinrichtungen der Jayawickreme-Stiftung am Vormittag als kostenloser Kindergärten für die Ärmsten genutzt. Nachmittags werden dort Tuitorslessons, eine Art "Nachhilfestunden", gegeben. "In Sri Lanka ist das Schulsystem anders aufgebaut als in Deutschland. Nachhilfeunterricht ist nichts für Faule oder Dumme, sondern eine Trainingsstunde, ohne die jeder Schüler durch die Abschlussprüfungen fallen würde", sagte Loos-Jayawickreme. "Auch die Tuitorlessons kosten 500 bis 1 000 Rupien pro Monat." Ein weiteres Projekt ist die Altentagesstätte, in der rund 40 alte Menschen betreut werden. "Viele junge Leute melden sich, getrieben durch die Arbeit, freiwillig zum Militär und ziehen in den Krieg, oder gehen zum Arbeiten ins Ausland. Auf dem Land bleiben nur die alten Menschen allein und hilflos zurück", berichtete Loos-Jayawickreme am Dienstag den Plettenbergern. Und doch gibt es ein Vorankommen! Die Hilfsorganisation konnte vor und nach dem Tsunami, auch mit Plettenberger Hilfe, 93 Häuser für die Obdachlosen und Armen bauen: "Durch die Häuser haben die Familien wieder etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Wenn ich die Leute besuche, kann ich sehen, dass sie aus eigener Kraft weiterarbeiten. Langsam verbessern die Menschen ihre Situation selber." Susanne Loos-Jayawickreme schilderte anschaulich: "Beim Bau des Hauses hat noch niemand Möbel. Bei meinem ersten Besuch im fertigen Haus sehe ich einen Tisch, beim zweiten Besuch ein Batterieradio und am Ende haben die Menschen vielleicht sogar einen Stromanschluss. Der ist ein richtiges Statussymbol in Sri Lanka." Damit den Menschen in Sri Lanka auch künftig geholfen werden kann, braucht die Organisation Spenden. "Mit Ihrer Hilfe machen wir weiter. Wenn man einmal begonnen hat zu helfen, kann man die Menschen nicht einfach hängenlassen", wandte sich Loos-Jayawickreme direkt an die Plettenberger. Egal ob Privatperson, Gruppe oder Firma, über eine Spende freut sich die Weligamafoundation immer. Firmen können ein Projekt auch "adoptieren", so wie der Spielzeughersteller "Playmobil" die Patenschaft für die erste errichtete Bildungsstätte übernommen hat. Als Dank für ihren Vortrag im Ratssaal überreichte Bürgermeister Klaus Müller Susanne Loos-Jayawickreme einen großen Blumenstrauß und eine CD des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Lennetal. vtw
Bürgermeister Klaus Müller engagiert sich als Plettenberger für die Jayawickreme-Stiftung von Susanne Loos (links).Foto: V. Twer
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22.09.2008 12:59 |
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